Der richtige Umgang mit Arzneipflaster

Verehrte Kundin, verehrter Kunde,

Ihr Arzt hat Ihnen ein Arzneipflaster (Fachausdruck: transdermales therapeutisches System, TTS) verordnet. Auf dieser Seite haben wir Ihnen die wichtigsten Hinweise für die sichere Anwendung zusammengestellt. Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie da!

Ihr Team der Carolus Apotheke, Ingelheim-West, und der Rheingold Apotheke, Frei-Weinheim

Durch die Haut ins Blut

Wenn Sie das Pflaster aufkleben, gelangt der Arzneistoff aus dem Pflaster in die obersten Hautschichten und wird über kleine Blutgefäße in den Körper aufgenommen. Dort kann er sich in der Blutbahn verteilen und an der richtigen Stelle wirken. Mit einem Pflaster wirkt der Arzneistoff über einen längeren Zeitraum. Umgekehrt dauert es aber auch einige Zeit, bis die Wirkung eintritt. Wie oft Sie das Pflaster wechseln müssen, steht in der Packungsbeilage. Gerne beraten wir Sie dazu. Achten Sie darauf, dass das Pflaster nicht beschädigt oder gar zerschnitten wird – denn nur ein unversehrtes Pflaster wirkt so wie vorgesehen.

Die richtige Stelle finden

Der beste Ort ist von Präparat zu Präparat unterschiedlich. Genaue Informationen finden Sie dazu in der Packungsbeilage. In vielen Fällen sind der Oberarm oder die Hüfte geeignet. Wenn Sie Fragen dazu haben, kommen Sie einfach auf uns zu. Die Hautstelle sollte in jedem Fall sauber, unverletzt und möglichst ohne Haare sein, Falls doch Haare vorhanden sind, sollten Sie vor dem Aufkleben die Haare vorsichtig mit einer Schere abschneiden. Bitte rasieren Sie die Haare nicht ab – dabei kann die Haut verletzt werden, was Auswirkungen auf die Wirkung des Arzneimittels hat. Wählen Sie eine Hautstelle aus, die trocken ist und vorher nicht eingecremt oder gepudert wurde. So kann das Pflaster zuverlässig auf der Haut kleben.

Pflaster kleben – leicht gemacht

Das Pflaster befindet sich n einer Folienverpackung, die sich leicht auseinanderziehen läßt. Bitte benutzen Sie zum Öffnen keine Schere, damit das Pflaster nicht versehentlich beschädigt wird.

Ziehen Sie die Schutzfolie ab und kleben Sie das Pflaster auf die ausgewählte Hautstelle. Dabei sollten Sie das Pflaster kurz mit der flachen Hand aufdrücken, damit das Pflaster zuverlässig auf der Haut haftet.

Vermeiden Sie es, auf die Klebefläche zu fassen: Das Pflaster klebt dann schlechter und der Wirkstoff kann sich versehentlich über die Finger verteilen.

Wenn Sie nach der angegebenen Zeit das Pflaster wechseln, nehmen Sie zuerst das alte Pflasterab, damit Sie nicht aus Versehen zwei Pflaster gleichzeitig aufkleben. Dann wählen Sie für das frische Pflaster eine neue Hautstelle, um Hautreizungen zu vermeiden.

Alltag mit dem Pflaster

Duschen, Schwimmen und Baden können Sie auch mit Pflaster. Problematisch können aber Temperaturen über 37°C werden: Sauna, Solarium und sehr warme Bäder sollten Sie deshalb besser meiden. Wenn Sie eine Wärmflasche oder Heizdecke verwenden, darf diese nicht mit dem Pflaster in Berührung kommen, da der Wirkstoff sonst schneller in den Körper gelangen und Nebenwirkungen auslösen kann. Achten Sie auch darauf, dass andere Menschen, besonders Kinder, sich die Pflaster nicht aufkleben oder unabsichtlich damit in Berührung kommen. Bewahren Sie die Pflaster so auf, dass keine Verwechslung mit Pflastern für die Versorgung von Wunden möglich ist.

Sichere Entsorgung

In den meisten Pflastern ist nach der empfohlenen Anwendungszeit noch ein Rest Arzneistoff enthalten. Deshalb sollten Sie auf eine sichere Entsorgung achten: Kleben Sie das Pflaster mit der Klebefläche nach innen in der Mitte zusammen und geben Sie es in den Hausmüll. Achten Sie darauf, dass weder Kinder noch Haustiere mit den entsorgten Pflastern in Kontakt kommen. Wenn das Pflaster starke Schmerzmittel enthält, bringen Sie die alten Pflaster am besten zur Entsorgung zu uns in die Apotheke zurück.

Text © PTAheute Nr. 15+16, August 2011